Matthias Heider kommentiert das heute durch den Deutschen Bundestag verabschiedete Jahressteuergesetz 2020: „Ich freue mich sehr, dass das neue Gesetz ein umfangreiches Ehrenamtspaket enthält, denn der Einsatz ...

... für andere hält unsere Gesellschaft zusammen. Wie unter einem Brennglas zeigt sich das in der Corona-Krise: Einkaufshilfen, Sorgentelefone und viele andere soziale Dienste wären ohne unsere Ehrenamtlichen und Vereine nicht denkbar. Auch Ärzte und Pfleger, die vorübergehend aus dem Ruhestand zurückkehren, um Kollegen zu entlasten, verdienen unseren höchsten Respekt.

Mit Respektsbekundungen allein ist es jedoch nicht getan – wer sich selbstlos einsetzt, kann auch erwarten, dass die Rahmenbedingungen für sein Engagement stimmen, sei es inner- oder außerhalb von Corona-Zeiten. In diesem Sinne haben wir als Unionsfraktion im Deutschen Bundestag auf ehrenamtsbezogene Steuererleichterungen und Bürokratieabbau gedrängt.

Ab 2021 werden die Übungsleiterpauschale auf 3.000 Euro und die Ehrenamtspauschale auf 840 Euro steigen. Außerdem ermöglichen wir den vereinfachten Spendennachweis bis zum Betrag von 300 Euro. Die Einnahmegrenze zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb für gemeinnützige Organisationen wird auf 45.000 Euro erhöht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Verbesserungen für gemeinnützige Organisationen. So schaffen wir die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung für kleine Körperschaften ab und gestalten die Mittelweitergabe unter gemeinnützigen Organisationen rechtssicher. Daneben wird der Zweckkatalog um die Zwecke ‚Klimaschutz‘, ‚Freifunk‘ und ‚Ortsverschönerungen‘ erweitert, so dass ehrenamtliches Engagement noch breiter honoriert werden kann.

Jenseits des Ehrenamtspakets enthält das Jahressteuergesetz weitere Bestimmungen, die ich ausdrücklich begrüße, etwa die Home Office-Pauschale für die Jahre 2020 und 2021. Diese begründet eine unbürokratische steuerliche Absetzbarkeit von Heimarbeit. Zudem können Beschäftigte und Selbstständige nun auch ohne ein steuerlich abzugsfähiges häusliches Arbeitszimmer fünf Euro pro Tag beziehungsweise maximal 600 Euro pro Jahr geltend machen.

Bereits im Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz haben wir den Alleinerziehendenbelastungs-betrag für 2020 und 2021 mit der Anhebung auf 4.008 Euro mehr als verdoppelt, um die besonderen Belastungen für Alleinerziehende zu würdigen. Diese Erhöhung wird nun entfristet und gilt ab 2022 fort.

Obendrein haben wir die steuerbefreite Auszahlung des Corona-Bonus an Berufsgruppen, die aktuell überdurchschnittlich stark belastet sind, bis zum 30.06.2021 verlängert und die steuerfreie Sachbezugsgrenze für alle Beschäftigten ab 2022 von 44 auf 50 Euro erhöht. Vor allem unsere land- und forstwirtschaftlichen Betriebe werden durch neue Anspruchsvoraussetzungen begünstigt, die damit zusammenhängen, dass die Gewinngrenze des neuen §7g im Einkommensteuergesetz auf 200.000 Euro angehoben wird.

Steuerhinterziehung sagen wir weiterhin den Kampf an: Einerseits verlängern wir bei schwerer Steuerhinterziehung (Cum-Ex) die Verjährungsfrist auf 15 Jahre, andererseits ermöglichen wir eine rückwirkende Einziehung von Gewinnen aus bereits verjährten Cum-Ex-Geschäften.

Insgesamt ist das Jahressteuergesetz 2020 also eine runde Sache, von der viele profitieren werden, auch über die Corona-Zeit hinaus!“

Hintergrund:
Seit 1995 will man die Steuergesetzgebung übersichtlicher gestalten, indem sämtliche steuergesetzlichen Maßnahmen eines Jahres in einem sogenannten Jahressteuergesetz zusammengefasst werden.

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