Wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus

Matthias Heider positioniert sich in der aktuellen Diskussion über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus:

„Zweifellos hat das Coronavirus negative Folgen für die Weltwirtschaft. Das spüren wir auch und gerade hier in Südwestfalen, etwa in der Automobilzuliefererindustrie, wo wichtige Materiallieferungen aus China ausbleiben. Dies kann die Produktion vor Ort stark beeinträchtigen.

Angesichts dieser Ausnahmesituation dürfen die betroffenen Unternehmen selbstverständlich erwarten, dass die Politik unterstützende Maßnahmen ergreift.

Dabei halte ich jedoch ein allumfassendes Konjunkturpaket nicht für den richtigen Weg. Denn ich befürchte, dass uns das nur allzu rasch in eine vom sozialdemokratischen Koalitionspartner gestellte Schuldenfalle führen würde – und das kann langfristig in niemandes Interesse sein.

Was wir jetzt vielmehr brauchen, ist zielgenaues Krisenmanagement, das übrigens auch von grundsätzlichen Erwägungen hinsichtlich wirtschaftlicher Strukturreformen zu trennen ist. Vor diesem Hintergrund halte ich drei Dinge für besonders wichtig:

Erstens müssen wir sicherstellen, dass Unternehmen, die durch die aktuelle Krise in eine Schieflage geraten, finanziell stabilisiert werden. Dazu ist die Liquidität der Banken zu sichern. Spezielle Überbrückungskredite, die beispielsweise durch die KfW ausgegeben werden könnten, sind sinnvolle Instrumente.

Zweitens müssen wir flexible Arbeitszeitmodelle fördern. Zu denken ist hier vor allem an Kurzarbeit, die von jedem Unternehmen individuell angepasst wird. Der Bund zahlt dann einen Teil des Kurzarbeitergeldes. Während der weltweiten Finanzkrise vor gut zehn Jahren haben wir damit in Deutschland bereits positive Erfahrungen gemacht.

Drittens müssen wir aus der Krise lernen und Konsequenzen ziehen. Dazu gehört, dass wir die Produktion und Bevorratung medizinischer Schutzkleidung hier in Deutschland steigern und uns wieder stärker im Arzneimittelmarkt positionieren.

Kurzum: Es geht jetzt nicht um Aktionismus – sondern um sinnvolle Maßnahmen, die in einer akuten Krisensituation für unsere Wirtschaft tatsächlich hilfreich sind.“

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