Gut erreichbare Gesundheitsversorgung für das Sauerland

Eine „gut erreichbare“ ärztliche Versorgung verspricht der Koalitionsvertrag der Großen Koalition in Berlin. Wie es tatsächlich um die ärztliche Versorgung bei uns in der Region bestellt ist, diskutierte Matthias Heider jetzt bei der von ihm organisierten Konferenz der Bürgermeister und Landräte in seinem Wahlkreis. Das Ergebnis vorweg: Ein Patentrezept wird es wohl nicht geben, dafür aber viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann.

Als Referent war Ansgar von der Osten von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) zu der Runde gestoßen. Die KVWL ist in der Region für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung zuständig. Von der Osten berichtete von der derzeitigen Versorgungssituation im Sauerland und betonte: „Wir haben ein hohes Anspruchsdenken, wenn es um die ärztliche Versorgung geht.“ Anlass zur Sorge gibt die Altersstruktur der Ärzte in der Region: Die überwiegende Mehrheit der Hausärzte ist deutlich über 50 Jahre alt. Was gebraucht wird, ist also Nachwuchs. Jährlich rücken etwa 110 angehende Hausärzte im Bereich der KVWL nach. „Wir brauchen aber mindestens das Doppelte, um die gegenwärtige Versorgungsstruktur aufrechtzuerhalten“, so von der Osten.

Aus von der Ostens Sicht ist es daher besonders wichtig, einerseits die Spezialisierung zum Hausarzt attraktiver zu machen und an den Universitäten stärker für diese Facharztrichtung zu werben, andererseits aber auch der geänderten Berufsvorstellung junger Ärzte Rechnung zu tragen. Immer weniger junge Ärzte hätten ein Interesse an der Übernahme einer Praxis, da sie vor der hohen Belastung als Kleinunternehmer zurückschreckten. Eine Antwort auf dieses Problem seien aus von der Ostens Sicht medizinische Versorgungszentren, zumindest aber Filial- oder Gemeinschaftspraxen. Durch eine Bündelung administrativer Aufgaben, wie etwa dem Rechnungswesen sei dies für Ärzte attraktiver.

Matthias Heider wies daraufhin, dass im Koalitionsvertrag Wert darauf gelegt wurde, die Tätigkeit von Ärzten in ländlichen Räumen wie dem Sauerland attraktiver zu machen. „Es soll Zuschläge geben und die Tätigkeit als Hausarzt soll auch insgesamt besser vergütet werden“, so der Abgeordnete. Heider hob hervor, dass im Rahmen der Digitalisierung der Zugang zum Arzt ebenfalls leichter werden könnte.

Peter Weber, Bürgermeister der Stadt Olpe appellierte, mehr Medizin-Studienplätze zur Verfügung zu stellen, und der Landrat des Kreises Olpe Frank Beckehoff wies auf das Projekt „Medizin neu denken“ der Universität Siegen hin, dass die Möglichkeit des Medizinstudiums in Siegen etablieren soll. Die Siegener Universität kooperiert dazu mit den Universitäten Bonn und Rotterdam. Matthias Heider will das Thema regelmäßig behandeln: „Eine gut erreichbare Gesundheitsversorgung ist ein wichtiger Standortfaktor und damit von hoher Bedeutung für die weitere Entwicklung des Sauerlandes!“

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