Newsletter Berlin – 8. KW | 2021



…Millionen der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre gehören einem Sportverein an. Das entspricht ungefähr der Hälfte aller unserer Kinder und Jugendlichen. Am höchsten ist der Sportbegeisterten-Anteil in der Altersgruppe der Sieben- bis unter 15-Jährigen: Rund 70 Prozent der insgesamt rund 5,9 Millionen Mädchen und Jungen dieser Altersgruppe waren in einem Sportverein angemeldet. Diese Zahlen hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht.

 

Der Gesundheitsschutz erfordert leider, dass durch den Lockdown auch Hallen und Sportplätze weiterhin geschlossen bleiben. Umso mehr freue ich mich, wenn ich Kinder und Jugendliche sehe, die draußen joggen, Rad fahren oder skaten. Gerade für junge Leute ist Sport ein wichtiger Ausgleich, um in diesen fordernden Zeiten körperlich wie geistig gesund zu bleiben!  

rückläufige Corona-Zahlen müssen dazu führen, dass wir erste vorsichtige Öffnungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland vornehmen. Dazu haben mich zahlreiche Anregungen aus dem Wahlkreis erreicht, auch und gerade von medizinischem Fachpersonal. Einige dieser Ideen habe ich direkt an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die beiden hiesigen Landräte weitergeleitet.

 

Klar ist, dass wir für Öffnungen jeglicher Art auf zwei Instrumente nicht verzichten können: Zum einen müssen wir jetzt zügig und flächendeckend Corona-Schnelltests einsetzen. Dort, wo solche Tests bereits verwendet werden, erweisen sie sich als zuverlässiges Hilfsmittel. Wer vor Ort Corona-negativ ist, kann dann wieder in die Schule gehen oder ein Einzelhandelsgeschäft betreten.

 

Zum anderen muss unsere Impfstrategie flexibler werden. Das bedeutet, dass wir Impfungen verstärkt auch außerhalb der großen Impfzentren verabreichen sollten, etwa mit Hilfe unserer vielen Hausärzte. Und wenn tagesaktuell irgendwo Impfstoff übrig bleibt, sollten auch Personen geimpft werden dürfen, die laut Impfreihenfolge eigentlich noch gar nicht an der Reihe wären. Entscheidend ist, dass in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Menschen geimpft werden.

 

Diese Bausteine müssen wir jetzt schnellstens zu einer belastbaren Strategie zusammensetzen. Ich bin überzeugt, dass der Dreiklang aus Öffnen, Testen und Impfen dazu beitragen wird, auch die Akzeptanz für weiter erforderliche Einschränkungen zu erhöhen. Mein dringender Wunsch ist, dass die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde am kommenden Mittwoch genau in diesem Sinne ausfallen.

 

 

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende – bleiben Sie gesund!

 

Corona-Entlastungen

 

An mehreren Stellen – auch per Newsletter – habe ich bereits umfangreich erläutert, welche finanziellen Erleichterungen der Koalitionsausschuss am 03.02.2021 vereinbart hatte. Diese begünstigen vor allem Gastronomiebetriebe, Familien sowie Grundsicherungsempfänger – und sind jetzt vom Deutschen Bundestag verabschiedet worden. Ich bin froh, dass wir damit zumindest einige wirtschaftliche und soziale Nöte mildern können.

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Gesundheitsversorgung

 

Das Parlament beabsichtigt, die Versorgung der Versicherten bei Krankenhausbehandlungen transparenter und qualitativ besser zu gestalten. Vor diesem Hintergrund sollen Versichertenleistungen ausgedehnt werden: Es ist vorgesehen, den Anspruch zu erweitern, vor planbaren operativen Eingriffen eine ärztliche Zweitmeinung einholen zu können. Ambulante und stationäre Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten sollen in Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung umgewandelt werden. Außerdem ist für die Behandlung von Adipositas (Fettleibigkeit) ein neues strukturiertes Behandlungsprogramm vorgesehen. Weiterhin soll die Koordination in Hospiz- und Palliativnetzwerken gefördert werden. Auch die ambulante Notfallversorgung wird durch ein einheitliches Ersteinschätzungsverfahren im Krankenhaus entlastet.

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Verbraucherverträge

 

Die Große Koalition will den Verbraucherschutz verbessern und deshalb Mindestvertragslaufzeiten regulieren. So sollen künftig Anbieter von zweijährigen Laufzeitverträgen verpflichtet sein, auch einjährige Laufzeitverträge anzubieten, die dann maximal 25 Prozent teurer sein dürfen. Abtretungsausschlüsse im Kleingedruckten werden verboten.

 

Außerdem soll für Energielieferverträge mit Haushaltskunden ein Textformerfordernis eingeführt werden. Dadurch wollen wir Verbraucher wirksamer davor schützen, dass ihnen Energielieferverträge entweder telefonisch aufgedrängt oder aber untergeschoben werden.  

 

Beim Kauf gebrauchter Gegenstände erhöhen wir die Rechtssicherheit, indem fortan eine Gewährleistungsklarstellung beim Verbrauchsgüterkauf vorzunehmen ist.

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Bundespersonalvertretungsgesetz

 

In erster Lesung haben wir darüber debattiert, wie wir das – zuletzt 1974 grundlegend reformierte – Bundespersonalvertretungsgesetz an die veränderten technischen und dienstrechtlichen Entwicklungen der letzten Jahre anpassen möchten. Dabei sollen insbesondere die Chancen der Digitalisierung für die Personalratsarbeit genutzt werden, indem Personalratssitzungen rechtssicher mittels Video- oder Telefonkonferenzen durchgeführt werden können. Beteiligungsverfahren können künftig ausschließlich elektronisch erfolgen. Zudem wollen wir den Beschäftigten bei Themen wie etwa mobilem Arbeiten und flexiblen Arbeitszeiten verstärkte Mitsprache ermöglichen.
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Für das Sauerland

 

Der Bund unterhält ein „Denkmalschutz-Sonderprogramm“, das Bauvorhaben an denkmalgeschützten Objekten fördert. Obwohl dieses Programm regelmäßig stark überzeichnet ist, sind antragstellende Institutionen aus dem südlichen Sauerland immer wieder sehr erfolgreich. So konnten in der jüngsten Vergaberunde 2020 beträchtliche 260.000 Euro nach Lüdenscheid geholt werden, um am dortigen Berufskolleg des Märkischen Kreises mehrere denkmalgeschützte Fenster zu sanieren. Den entsprechenden Förderantrag hatte ich im Vorfeld stark unterstützt.  

 

In der laufenden Vergaberunde 2021 unterstütze ich die Förderanträge der Evangelischen Kirchengemeinde Herscheid und der Katholischen Kirchengemeinde St. Jodokus in Lennestadt-Saalhausen. Während in Herscheid vor allem das Raumklima im Kirchengebäude technisch verbessert werden muss, soll in der Saalhausener Kirche die Raumaufteilung baulich verändert werden.

 

Vorgestern habe ich dazu zwei befürwortende Schreiben an die zuständige Staatsministerin im Bundeskanzleramt auf den Weg gebracht. Jetzt heißt es abwarten – und in einem dichten Bewerberfeld auf zwei erfolgreiche Anträge hoffen!

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Schwester Magdalena Krol, Generaloberin der Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe.

 

[1] Schwester, wer sind die Olper Franziskanerinnen und welche Aufgaben nehmen sie wahr?

Die Gemeinschaft der Olper Franziskanerinnen wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Olpe gegründet. Ihre Gründerin war Mutter Maria Theresia Bonzel. Die Schwestern wollten sich nach dem Vorbild des Heiligen Franziskus von Assisi der Armen und Bedürftigen annehmen. Ihre Kraft und Motivation dafür bezogen sie aus dem Gebet, besonders der Eucharistischen Anbetung.

 

Zunächst sorgten die Schwestern für Waisenkinder. Später dehnte sich ihre Tätigkeit auf die unterschiedlichsten Bereiche der sozialen Hilfe aus: Kindergärten, Krankenhäuser, ambulante Krankenpflege, Alten- und Pflegeheime, Sozialarbeit, Obdachlosenseelsorge, Mitarbeit in den Pfarreien.

 

Die im Jahr 1902 gegründete GmbH schuf wichtige zivilrechtliche Voraussetzungen. Heute werden die genannten Aufgaben in der GFO (Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH) im Sinne der Ordensgemeinschaft weitergeführt und weiterentwickelt. In Deutschland sind die meisten Schwestern – ihrem Alter entsprechend – nicht mehr in Einrichtungen tätig.

 

[2] Was sind wichtige Grundsätze für das Leben und Schaffen Ihrer Gemeinschaft?  

 

Wichtigste Grundsätze sind nach wie vor: das verbindliche Gebet jeder einzelnen Schwester und der Gemeinschaft sowie die Offenheit für die aktuellen menschlichen Probleme und Notwendigkeiten. Wir sind überzeugt, dass „Anbeten und Anpacken“ die richtige Motivation für ein Leben als Franziskanerin und eine Tätigkeit für Menschen mit ihren vielfältigen Bedürfnissen ist.

 

[3] Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Alltag Ihrer Gemeinschaft aus, sowohl hier in Olpe als auch weltweit?

 

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf den konkreten Alltag unserer Schwestern in Deutschland insofern aus, als dass wir in den Lebensgemeinschaften sehr verantwortungsvoll alle vorgegebenen Schutzmaßnahmen einhalten. In den von uns betreuten Einrichtungen gelten zugleich alle Maßnahmen der GFO. Unsere Schwestern in den Altenheimen werden gut betreut und entsprechend getestet und geimpft.

 

Auch in unseren Konventen in den USA, auf den Philippinen und in Brasilien gelten diejenigen Maßnahmen, die im jeweiligen Land vorgeschrieben sind. In den USA kommt die Trägerverantwortung der Schwestern spürbar und belastend hinzu.

 

Auf den Philippinen versuchen die Schwestern, auch den extrem bedürftigen Menschen in ihrem Umfeld zu helfen. Für diese Menschen geht es oft um das reine Überleben. Die Schwestern arbeiten in Schulen. Auch dort findet kein Präsenzunterricht statt, aber in Folge der geringen digitalen Möglichkeiten werden die Schülerinnen und Schüler mittels gedruckter Arbeitsblätter unterrichtet. Der damit verbundene Aufwand ist sehr groß.

 

In Brasilien ruht das Kinderprojekt „Sonho de Aline“ (Prävention für Straßenkinder) bereits seit fast einem Jahr. Hier werden jetzt die sehr armen Familien mit Lebensmitteln aus dem Projekt unterstützt. Uns alle begleitet die Sorge um die erkrankten Schwestern, die es in allen Provinzen gibt.

 

Schwester, wir bedanken uns für dieses Gespräch!    

 

 

 

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