Heider warnt KFZ-Hersteller nach Dieselskandal

Verspieltes Vertrauen muss zurückgewonnen werden

Der heutige Gipfel in Berlin musste stattfinden, weil große deutsche Konzerne ihr Qualitätsversprechen für Kraftfahrzeuge nicht eingehalten haben. Das ist enttäuschend für die Qualität deutscher Produkte, für die deutsche Ingenieurskunst und es wird ein Schaden an der Premiumbranche der Automobilwirtschaft haften bleiben.

Dieser Gipfel ist eine Zwischenstation. Heute sind einige Maßnahmen verabredet worden, aber es ist keine Entscheidung über die zivilrechtlichen Ansprüche der Verbraucher gegen KFZ-Hersteller für fehlerhafte Produkte erfolgt. Deshalb sind ein Software-Update und ein Fonds, aus dem Investitionen in Erforschung innovativer Verkehrskonzepte finanziert werden, nur erste Schritte.

Ich warne die KFZ-Hersteller davor, etwaige Belastungen und Kosten aus dem Dieselskandal auf Automobilzulieferer abzuwälzen. Kostensparprogramme, wie sie von Audi im Umfang von 10 Milliarden Euro schon angekündigt worden sind, sollen ganz offensichtlich nicht der Entwicklung einer neuen Technik, sondern der Entlastung von finanziellen Verpflichtungen dienen.

Wenn die großen Hersteller versuchen, den Kostendruck des Dieselskandals auf die Zulieferer durch Preisabschläge zu verlagern, stellt sich die Frage, in wieweit darin ein missbräuchliches Verhalten der Marktmacht der Automobilhersteller liegt. Aus der Vergangenheit wissen wir bereits, dass Hersteller gerne den Entzug von zukünftigen Aufträgen androhen, wenn finanzielle Zugeständnisse nicht gemacht werden. Sollten die Anzeichen sich dafür verdichten, wäre eine sofortige Sektoruntersuchung durch das Kartellamt dringend erforderlich.

Wir brauchen mehr Offenheit und Transparenz in Bezug auf technische Verbesserungen und dem Einhalten von Normen, insbesondere von Grenzwerten. Es liegt jetzt an der Automobilindustrie, verspieltes Vertrauen vom Verbraucher durch technisch gute und kostengünstige Angebote zurück zu erwerben.

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