Wertkonservativ zu sein ist keine Krankheit

Heider mit 98 Prozent wieder als CDU-Bundestagskandidat aufgestellt

Kreisvorsitzender MK, Thorsten Schick; Matthias Heider MdB; Kreisvorsitzender Kreis Olpe, Jochen Ritter
Kreisvorsitzender MK, Thorsten Schick; Matthias Heider MdB; Kreisvorsitzender Kreis Olpe, Jochen Ritter
Die CDU steht einig hinter ihrem Bundestagsabgeordneten. Mit eindrucksvollen 98 Prozent wurde Matthias Heider wieder zum Bundestagskandidaten der CDU im Märkischen Kreis und im Kreis Olpe gewählt. Zuvor hatte der Lüdenscheider mit einer engagierten Rede die Erfolge seiner Politik für das Sauerland hervorgehoben und mit konservativen und ordnungspolitischen Positionen bei den Zuhörern für sich geworben.

Zunächst hob Heider die Investitionen des Bundes in die Infrastruktur des Sauerlandes hervor. Der Bundesverkehrswegeplan werde sich wie ein kleines Konjunkturprogramm für das Sauerland entwickeln, prognostizierte Heider. Den 6-spurigen Ausbau der A45 zwischen Lüdenscheid und Wenden lasse sich der Bund 1 Milliarde Euro kosten. „Wir machen damit unsere Straßen fit für die nächsten 50 Jahre“, lobte Heider die Entscheidung. Auch in den Breitbandausbau in der Region investiere der Bund. Bislang seien bereits ca. 5,4 Millionen Euro Bundesmittel in seinen Wahlkreis geflossen.

Großer Applaus brandete in der gut gefüllten Dorfgemeinschaftshalle in Drolshagen-Berlinghausen auf, als Matthias Heider in seiner Vorstellungsrede auf seine Positionen zur Flüchtlingskrise und zu den Euro-Nothilfen verwies.

Er habe 2015 gegen die Griechenland-Hilfen gestimmt, weil er glaube, dass die volkswirtschaftlichen Möglichkeiten Griechenlands begrenzt seien und die Selbststeuerungsfähigkeit des Landes herabgesetzt sei. „Ein Schiff mit Maschinenschaden lässt man nicht mehr aufs offene Meer hinaus fahren, man zieht es aufs Trockene, repariert gründlich und dann geht’s weiter“, rief Heider den 108 Christdemokraten zu.

Gastredner Ralf Brinkhaus, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union aus Ostwestfalen, unterstrich in seiner Rede: „Matthias ist das ordnungspolitische Gewissen unserer Fraktion. Er achtet beim Wettbewerbsrecht sehr genau auf die Einhaltung der Spielregeln in der sozialen Marktwirtschaft.“ Heider werde daher in der Bundestagsfraktion der Union dringend gebraucht.

Auch bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise punktete Heider mit konservativen Positionen. Wer um Leib und Leben fürchten müsse, dem werde, so Heider, in Deutschland Schutz geboten. „Wer aber nur wirtschaftliche Verbesserung der eigenen Lage sucht oder aus persönlichen Gründen kommt, den müssen wir auf einen anderen Weg nach Europa verweisen“, betonte Heider.

Für Heider geht es erkennbar nun darum, wie mit den Flüchtlingen umgegangen wird, die bereits in Deutschland sind. Die Integrationsanstrengungen für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive seien hervorragend. In NRW gebe es aber auch 40.000 vollziehbar ausreisepflichtige Flüchtlinge. Er kritisierte die zögerliche Abschiebepraxis der Landesregierung in NRW und verwies auf die Vielzahl von Einspruchsmöglichkeiten, die sich Asylbewerbern bei Ablehnungsbescheiden bieten. „Wir drohen uns zu verheddern. Wir brauchen eine weitere Straffung des Asyl-Verfahrens“, so Heider.

Insgesamt will der 50-jährige promovierte Jurist in Berlin den Blick stärker auf den Markenkern der Union lenken. „Uns droht, dass wir unsere konservativen Stammwähler verlieren, weil wir uns zu weit über die Mitte hinaus wagen.“ Wertkonservativ zu sein, sei keine Krankheit, so Heider, „es ist der einzige Impfstoff der zu jeder Zeit und bei jeder Herausforderung davor schützt in die Beliebigkeit abzudriften.“

Dieser Satz schien vielen der anwesenden Christdemokraten aus dem Herzen zu sprechen. Von 108 anwesenden Mitgliedern stimmten 106 für Heider, 2 stimmten mit „Nein“, ein Ergebnis von 98 Prozent.

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